Vom Ursprung zum Raum: Innenräume um Materialherkunft gestalten

Wir widmen uns heute der Gestaltung von Innenräumen rund um die Materialherkunft und verfolgen wiedergewonnene Elemente konsequent vom Fundort über Demontage, Prüfung und handwerkliche Aufbereitung bis zur bewussten Inszenierung im Raum. Erleben Sie, wie Herkunft, Patina und Verantwortung zu Gestaltungskraft werden, Geschichten tragen und Menschen berühren, während Ressourcen geschont und Identitäten sichtbar gemacht werden.

Quellen aufspüren und Potenziale richtig bewerten

Die Suche beginnt im urbanen Rückbau, in ländlichen Scheunen, bei stillgelegten Industrieanlagen und Sammlungen leidenschaftlicher Abbruchunternehmer. Entscheidend sind systematisches Scouting, belastbare Kontakte, flexible Zeitfenster und ein geübter Blick für Substanz, Schadstoffe, Mengen, Transportwege sowie kulturelle Bedeutungen einzelner Funde.

Die Stadt als Rohstofflager

Planen Sie vorausschauend mit Abrisskalendern, Denkmalschutzlisten und Hinweisen aus der Community. Kartenbasierte Recherchen, Gespräche mit Bauhöfen und Kooperationen mit Rückbauunternehmen eröffnen Zugänge zu Balken, Ziegeln, Fliesen oder Geländern, bevor sie verschwinden. Teilen und abonnieren Sie Updates, um Chancen rechtzeitig zu erkennen.

Auswahlkriterien mit Weitblick

Bewerten Sie Tragfähigkeit, Feuchte, Alter, Kontaminationen, Herkunftsnachweise und verfügbare Stückzahlen gleichermaßen. Prüfen Sie, ob Materialien zur geplanten Nutzung, Akustik und Haptik passen. Dokumentieren Sie Maße, Chargen, Fotos und Kontextgeschichten, damit spätere Planungsschritte belastbar, inspirierend und rechtssicher aufgesetzt werden können.

Logistik, Lagerung, Schonung der Substanz

Organisieren Sie behutsame Demontage, nummerierte Kisten, trockene Zwischenlager mit Luftzirkulation und stabile Transportverpackungen. Vergeben Sie Tracking-IDs, erfassen Sie Zustände und vereinbaren Sie klare Haftungsgrenzen. So bleiben Patina, Kanten und historische Spuren erhalten und können später gezielt als gestalterische Qualitäten eingesetzt werden.

Dokumentation, Materialpässe und digitale Verknüpfungen

Transparenz entsteht durch sorgfältige Datenerfassung: Fundort, Abbauzeitpunkt, Prüfberichte, Maße, Materialzusammensetzung, Fotos, Geschichten. Digitale Materialpässe, verknüpft mit BIM-Modellen, erleichtern Planung, Normprüfung und Montage. Gleichzeitig schaffen QR-Codes im Raum eine Brücke zwischen Herkunft und Alltagserfahrung der Nutzerinnen und Nutzer.

Gestalten mit Geschichte: Narrative, Patina und Identität

Entwurfsmatrix für Atmosphäre

Arbeiten Sie mit einer Matrix aus Texturen, Glanzgraden, Fugenbildern, Körnungen und Gebrauchsspuren. Gewichten Sie, wo Ruhe, Kontrast oder Rhythmus entstehen soll. Stimmen Sie Materialklang und Gerüche ab, damit Identität spürbar wird und die Herkunft subtil, respektvoll und zugleich neugierig macht.

Prototypen und begehbare Muster

Erstellen Sie Mock-ups, haptische Tafeln und temporäre Testflächen im Maßstab eins zu eins. Laden Sie Nutzer ein, zu fühlen, zu hören, zu riechen und Feedback zu geben. Lernen Sie aus Abnutzungstests, Reinigungsproben und Lichtsimulationen, bevor endgültige Entscheidungen getroffen werden.

Ein Fund als roter Faden

Setzen Sie ein charakterstarkes Element als Leitmotiv ein, etwa Turnhallenböden, historische Ziegel oder gusseiserne Säulen. Erzählen Sie dessen Weg sichtbar und taktil weiter. So entstehen Identifikationspunkte, unerwartete Blickachsen und Gesprächsanlässe, die Zugehörigkeit stärken und Besuchende aktiv beteiligen.

Technik, Sicherheit und Regelwerke im Einklang

Bestehende Bauteile verlangen besondere Aufmerksamkeit für Statik, Brandschutz, Akustik und Barrierefreiheit. Interdisziplinäre Abstimmungen, Musterprüfungen und clever detaillierte Knoten sichern Qualität. Mit reversiblen Verbindungen, klaren Toleranzen und geprüften Oberflächen werden langlebige, wartbare Lösungen möglich, die ressourcenschonend und verantwortungsvoll überzeugen.

Statik vordenken, Prüfungen planen

Ermitteln Sie Materialkennwerte durch Zugversuche, Bohrkerne oder Ultraschall. Stimmen Sie früh mit Tragwerksplanenden ab, definieren Sie Sicherheitsbeiwerte und erstellen Sie Freigabeprotokolle. So werden Überraschungen auf der Baustelle reduziert und der Charakter der Fundstücke bleibt dennoch unverfälscht sichtbar.

Brandschutz, Akustik, Barrierefreiheit

Bauen Sie Brandversuche, Rauchdichtheit, Fluchtwegbreiten und Schallabsorption in das Konzept ein. Testen Sie Beschichtungen, Fugen und Unterkonstruktionen. Sichern Sie zugleich taktile Leitlinien, Kontraste und Greifhöhen, damit Inklusion gelingt und historische Substanz niemanden ausschließt, sondern Zugänge eröffnet und begleitet.

Handwerkliche Wiederbelebung und präzise Verarbeitung

Wirkung im Alltag und Beteiligung der Nutzer

Materialherkunft wird spürbar, wenn Menschen sie erleben, nutzen und weiterschreiben. Vermittlungsformate, Führungssysteme und offene Werkstatt-Tage öffnen Türen. Messbare Ziele zu Komfort, Akzeptanz und Pflege zeigen, wie erfolgreich Herkunfts-Strategien funktionieren und wo Anpassungen sinnvoll sind, um Gemeinschaft nachhaltig zu stärken.

Atmosphäre, Komfort, Orientierung

Beobachten Sie, wie Haptik, Geruch, Diffusität des Lichts und Alterungsspuren das Wohlbefinden prägen. Integrieren Sie klare Orientierung, barrierefreie Wege und Zonen unterschiedlicher Privatheit. Sammeln Sie Rückmeldungen kontinuierlich, justieren Sie Details und laden Sie Menschen ein, ihre Erfahrungen mit anderen zu teilen.

Erzählen, verknüpfen, erinnern

Versehen Sie Bauteile mit QR-Codes, kurzen Audiogeschichten und Archivbildern. So wird die Reise vom Ursprung bis in den Raum spürbar. Schulen Sie Teams im Erzählen, damit Rezeption, Service oder Lehrkräfte sachkundig begleiten und Interesse in langfristige Verbundenheit verwandeln.

Messen, lernen, gemeinsam weiterbauen

Führen Sie Bewertungen der Nutzungsphase, kleine Befragungen und Nutzerdialoge durch. Teilen Sie Ergebnisse transparent und leiten Sie konkrete Maßnahmen ab. Bitten Sie Communitys um Hinweise auf neue Fundorte, abonnieren Sie unseren Newsletter und diskutieren Sie Ideen, um Projekte zirkulär weiterzudenken.

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